Dä Nubbel
"Nubbel" ist ein kölscher Begriff, der schon vor der Jahrhundertwende im Sprachgebrauch zu finden war. Er wird benutzt, wenn man keine näheren Angaben machen will oder kann. Beispiele:
- Dat wor dä Nubbel (hochdeutsch: das war irgendwer)
- Dä es beim Nubbel (hochdeutsch: der ist irgendwo)
- Nubbels Chris (hochdeutsch: irgendeine Person)
Der Nubbel, der also sowohl jeder alsauch auch keiner sein kann, muss nach Karneval für all die Sünden herhalten, die in der närrischen Zeit begangen wurden. So kommt es, dass der Nubbel zum Karnevalsausklang (Veilchendienstag um Mitternacht) zunächst als Faulenzer, Herumtreiber und Säufer beschimpft wird und dann unter Wehklagen mit zunächst dumpfen und später fröhlichen Gesängen verbrannt wird.
Zurückzuführen ist dieser Brauch eventuell sogar bis ins Mittelalter. Bereits damals wurde eine Strohpuppe zur Mitfastnacht herumgeführt und anschließend zur symbolischen Austreibung der Wintergeister verbrannt.
Hier in Sindorf übernehmen wir, die KG Rötsch mer jett, diese Brauchtumspflege. Der Nubbel wird jeweils am 1. Samstag im Januar an das Vereinslokal der KG Rötsch mer jett, am Haus Wilkens, aufgehangen und Veilchendienstag verbringt er ein paar schöne Stunden, in denen er den Kinderzug begleiten darf.

