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Kostümsitzung

Vereinsgeschichte Kurzfassung

Die Traditionsgesellschaft „Rötsch mer jett“ gehört zusammen mit der KG Gemütlichkeit Kerpen 1908 e.V. und der Großen Horremer KG von 1908 e.V. zu den ältesten noch bestehenden Gesellschaften in Kerpen.

Wie die Geschichte der KG Rötsch mer jett in der Zeit von der Gründung bis 1957 verlaufen ist, bleibt weitgehend im Dunkeln. Historisch Überliefertes gibt es wenig aus dieser Zeit, denn aus den Gründungs-, Kriegs- und Nachkriegsjahren liegen der Gesellschaft leider keine schriftlichen Unterlagen mehr vor, so dass manches Amüsante aus der Vereinsgeschichte und den vielen Veranstaltungen nicht mehr wiedergegeben werden kann. Einen Großteil der Vereinsgeschichte verdankt die Gesellschaft dem 2001 verstorbenen ehemaligen Rektor der Ulrichschule und Sindorfer Chronisten Konrad Honings, der dafür Zeitzeugen interviewte.

Man erzählt sich, dass 1929 die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens in Sehnrath fest in Händen weniger großer Familien gewesen sein soll: Es gab 1929 schon die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Sehnrath von 1900, es bestand eine aktive Maigesellschaft  -  Vereinigungen, die ihre Feste im Sommer feierten. Was fehlte war ein Verein, der Feste im Winter feiert, z.B. eine Karnevalsgesellschaft. Obwohl in Sindorf und Sehnrath in einigen Gaststätten karnevalistische Veranstaltungen seit 1877 nachgewiesen sind, gab es also hier noch keine eigene Karnevalsgesellschaft.

In dieser Zeit (1929) trifft sich jeden Sonntag eine fröhliche Stammtischrunde im von Leo Neumann geführten Gasthof „Zur Linde“. Der Gasthof „Zur Linde“ befand sich auf der Kerpener Str.  -  ehemals eine prachtvolle Kastanienallee  -  und zwar im Haus Nr. 62, den heutigen Geschäftsräumen „Optik Drehsen“, in dessen Kellerräumen das Gewölbe des ehemaligen Bierkellers bis heute ( 2008) erhalten ist.

Zur Erinnerung an den „Geburtsort“ der KG wurde ebendort am 03.01.2009 eine Erinnerungstafel angebracht, die der Ehrenrat der KG stiftete.

 

nubbel 2009 0061

Und diese geselligen Stammtischler beschlossen vermutlich am Sonntag, den 06.01.1929 (dies ist kein gesichertes Datum), eine Karnevalsgesellschaft zu gründen.

Aber, es musste ja für die Karnevalsgesellschaft auch ein Name gefunden werden.

1929 lebte der 1876 geborene, inzwischen legendäre Kölner Komponist, Texter und Interpret eigenen kölschen und rheinischen Liedguts Willi Ostermann. Und kein geringerer als dieses Kölner Original inspirierte die Sindorfer Stammtischrunde.

Als die Stammtischler 1929 den Refrain seines gerade aktuellen Gassenhauers „Rötsch mer jett, Angenies“ im Radio des Gasthofs „Zur Linde“ hörte, fiel spontan die Entscheidung. Endlich hatte die Suche nach einem gescheiten Vereinsnamen ein Ende, denn so und nicht anders sollte in Zukunft der Verein mit dem Zusatz Sindorf-Sehnrath heißen, in dem die Beteiligten das rheinische Brauchtum pflegen wollten. Ein eigenes Funkencorps mit Mariechen, Offizier und Kommandant wurde gegründet. Größter Erfolg dieses Corps waren Sieg und Silberpokal bei einem Funkencorpswettstreit in Horrem. Heute mag es für uns erstaunlich sein, dass die Rötsch mer jett in den 60er Jahren ein im weiten Umkreis bekanntes und beliebtes Tanz- und Funkenkorps besaß. Leider musste das Funkenkorps unserer KG Ende 1964 vorläufig aufgelöst werden.

1966 griff die Gesellschaft tief in die Tasche, um für den Elferrat rote Röcke und neue Mützen anzuschaffen, was in der Folge ein farbenprächtiges Bild in den Sitzungen ergab.

Und dann stellt die KG in 1975 erstmals ein männliches ‚Sexy-Ballett’. Was gab es da Spaß und Gelächter bei den Proben. Dann mit großem Lampenfieber die „Welt-Uraufführung: der Auftritt in der Sitzung am 17.01.1975. Sechs Bäuche, zwölf herrliche Männerbeine, Büstenhalter aus Küchentüchern, Liebestöter, Röckchen und Schleifchen gehörten zu den Utensilien von Willi Fassbender, Rolf Gottschalk, Hans-Willi Oepen, Rolf Scharwei, Günter Kirion und Karl-Eitel Hell. Kommandiert wurde die Truppe übrigens von Anette Hell. Bei der Neuauflage am 06.02.1976 kamen dann noch Alfred Urhahn, Peter Kirion und Erhard Teichert dazu.

Auf  Beschluss der Mitgliederversammlung am 18.04.1981 wurde für die Session 1981/1982 wieder ein Männerballett aus Mitgliedern der KG gegründet, für das sich im Oktober 1981 die Mitglieder G. Kirion, Peter Kirion, Alfred Urhahn, Willi Fassbender, Rolf Scharwei, Jürgen Kanitz, Hermann-Josef Duell, Bauer, Linnartz, Kayser, Schmitz und Bergmann meldeten. Hiervon ist leider nichts überliefert. Auf Initiative von Rainer Bülles gründete sich 2004 abermals ein Männerballett, nachdem die Idee dazu beim karnevalistischen Frühschoppen am Karnevalssonntag für einen einmaligen Auftritt aus Anlass des Jubiläums der KG geboren wurde. Zur Sessionseröffnung am 07.11.2004 trat dieses Männerballett erstmals öffentlich auf.

Am 20.09.1992 beschloss der Vorstand die Gründung einer Kinder- und Jugendtanzgruppe. Ziel war es nicht, eine Tanzgarde, sondern nach dem Vorbild der großen Kölner Vereine, eine gemischte Tanzgruppe aufzubauen. Bis zu diesem Tag gab es in der Stadt Kerpen lediglich zwei Tanzgarden und eine Gesellschaft mit einer Mädchentanzgruppe. So kam es, dass die KG Rötsch mer jett als Vorläufer vieler inzwischen neu gegründeten Tanzgruppen in Kerpen diente. Bei der Wahl der Kostüme wurden die kölschen Originale Hänneschen und Bärbelchen als Vorbilder gewählt und auf den vereinseigenen Veranstaltungen mittels Handzetteln um Mitglieder für die Kinder- und Jugendtanzgruppe „Hänneschen und Bärbelchen“ der KG Rötsch mer jett geworben.

Zum 65. Geburtstag im Jahre 1994 präsentierte die KG dann erstmals ihre Tanzgruppe, die rasch über die Grenzen Sindorfs hinaus nachgefragt wurde.

Im Rahmen der Kostümsitzung am 17.01.2004 wurde unsere Karnevalsgesellschaft vom Festkomitee der Stadt Kerpen zur Traditionsgesellschaft ernannt.

zusammengefasst von Rainer Bülles, Stand Juni 2011


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